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 Verehrte Dirigenten
Ein paar gute Hinweise

Ich bin ein Orchesterspieler und als solcher begegne ich bei den Dirigenten immer die selben Typen von Fehler. Deshalb würde ich gerne mit diesem Aufsatz darauf aufmerksam machen. Ich will mich gegenüber niemanden adressieren und so die Dirigenteneitelkeit antasten. Die ist groß besonders bei denjenigen, die denken, dass sie schon viel hinter sich haben und viel kennen. Sie vermachen sich die Möglichkeit, die Schwächen abzuschaffen, die ihre Entwicklung bremsen. Oft findet sich niemand, der sich es erlauben würde, es ihnen vor die Augen vorzurücken. Endlich weiß solcher Draufgänger sehr gut, dass er auf die schon erwähnte Eitelkeit derjenigen stoßen würde, der sich selbst für den Einzigen zur Belehrung berufenen betrachtet. Die Ratschläge, die mit den höheren Nummern versehen sind, gehören nicht nur den Anfänger (die aber - seien sie für sie dankbar!), aber auch den erfahrenen, sogar manchmal sehr erfahrenen Dirigenten. Es sind Bemerkungen eines Orchestralspielers niedergeschrieben, die durch seine Ansicht begrenzt sind. Sicher erlaube ich mich nicht, mehr zu belehren, wie z.B. wie den Anfang vorzuzeigen, die Krone (fermata) zu schließen oder richtig zu stehen. Das lasse ich anderen, dazu kompetenten. Nicht selten leider gerade denjenigen, die vergessen, ihren Mündel auf dem Anfang der Karriere anscheinend triviale, aber oft sehr grundsätzliche Hinweise zu sagen.

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1. Erlernen Sie, laut zu sprechen!

 

Liebe Anfänger, bevor sie entscheiden, den Dirigentenstab in die Hand zu nehmen, erlernen Sie deutlich, laut und prononciert zu sprechen. Falls Sie kaum die Spieler am ersten Pult hören, glauben Sie mir, dass Ihre wie auch immer geniale Ideen niemand erfüllen werde, weil er leider nicht einmal könne.
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2. Vergessen Sie die Wörter Bitte und Danke nicht!

 

Ich weiß, dass es für die überwältigende Mehrheit eine Selbstverständlichkeit ist, aber...
Vergessen Sie nicht, dass zwischen dem, was der Spieler muss und was er könnte ein großer Unterschied bestehe!
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3. Vorsicht mit den Gegenständen auf den Armen!

 

Verehrte Anfänger, vergessen Sie nicht, dass man die Uhren beim Dirigieren auszieht. Mit Ihrem Glanz stören sie und die Aufmerksamkeit wirklich ablenken. Liebe Damen, das gilt auch für die Armbände und andere Armschmucke!
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4. Die Emotionen kommen immer erst nach der Technik!

 

Ein guter Betreuer macht Sie auf die Emotionen erst nach einer weitgehenden technischen Vorbereitung aufmerksam. Gegebenenfalls mäßigt er sie, wenn er sieht, dass Ihre Technik noch nicht ausreichend ist. Falls Sie das Gegenteil erleben, schauen Sie sich nach einem anderen Lehrer um!
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5. Bestreben Sie sich nicht, die Emotionen zu lernen!

 

Bemühen Sie sich nicht, das Orchester mit den gelernten Emotionen, pathetischen Gesten u.a. zu täuschen, besonders wenn der Rhythmus entschwindet und Sie keine Ansteige zeigen. Es sieht mindestens betreten aus!
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6. Legen Sie Ihr Gesicht nicht immer in Falten!  

 

Vergessen Sie nicht, die Spieler auch mal anzulächeln. Besonders wenn Ihre letzten Anforderungen nachdrücklich waren, lohnt es sich, auf ein Lächeln zu kommen, das die Atmosphäre entspannt.
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7. Lernen Sie, zu sehen!

 

Diese Fähigkeit ist viel schon von der Natur her gegeben, aber es lohnt sich, darauf aufmerksam zu machen. Ich meine jetzt nicht das eigentliche Vorzeigen der Anfänge, aber einen gewissen persönlichen Kontakt. Einfach gesagt: werfen Sie keinen so stumpfen Blick auf die Spieler, als ob man zwischen Sie und die Spieler ein dickes Plexiglas stellt. Obwohl ansonsten alles in Ordnung ist.
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8. Übertreiben Sie die schnellen Tempos nicht!

 

Musik ist kein Sport. Wenn Sie so ein Gefühl haben, legen sie den Dirigentenstab zur Seite und tollen Sie sich in einem 100 m Rennen aus. Oder schwimmen Sie Schmetterling oder was auch immer. Dort gewinnt vielleicht der schnellste!
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9. Nennen Sie klar, warum Sie einen Teil der Komposition wiederholen!

 

Wenn Sie bei einem Teil der Komposition ständig gesteckt bleiben und die Spieler keinen Grund dafür wissen, versauern Sie sie. Wenn Sie selbst die Ursache dafür sind, dann wünsche ich Ihnen stundenlange Einübungen mit der Partitur vor dem Spiegel. Wir werden uns auf Ihre Fortschritte freuen.  
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10. Orchester ist Ihr Instrument nur im übertragenen Sinne!

 

Manchmal ist die Ansicht zu hören, die sicher nur im übertragenen Sinne gedacht wurde, dass das Orchester das Instrument des Dirigenten ist. Leider haben es manche zu wörtlich genommen und irgend wie ist ihnen der grundsätzliche Respekt zu den Spielern entlaufen, die nicht mehr wissen, wie anzuzeigen, dass Sie zuerst viel Zeit der Vorbereitung der Partitur widmen sollten. Nicht zuletzt haben die Spieler auch Hunderte und Hunderte von Stunden einüben müssen, bevor sie sich ins Orchester kommen konnten.
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11. Nicht einmal mehrere Worte sind eine richtige Geste wert!

 

Passen Sie auf lange Reden zu jedem Takt auf, sonst wird Sie bald niemand wahrnehmen. Bevor Sie es sich überlegen, was alles Sie dem Orchester sagen, widmen Sie mehrere Stunden einer Vorbereitung richtiger Gesten. Sie werden sehen, dass es sich lohnt und dass Sie uns damit sehr lieb sind...
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12. Verwenden Sie vor allem die musikalischen Ausdrücke!

 

Die Spieler wollen genau wissen, worum es Ihnen geht. Deshalb seien Sie vorsichtig mit verschiedenen Vergleichen. Alles ist in Ordnung, wenn sie sagen, dass dieses Akzent an den Glockenklang oder das Rhythmus ans Pferdeklappern erinnern sollen, oder dass dieses Spiccato die Regentropfen ausdrückt. Aber nur schwierig können die Spieler Ihre Wünsche erfüllen, wenn Sie sagen, dass sie so spielen sollen, wie die Veilchen blühen oder wie die Nymphen aus dem Wald austreten oder wie sich die Mondenstrahlen in der Teichpegel wiederspiegeln. Dazu haben Sie eine Menge von musikalischen Ausdrücken, mit denen Sie Ihre Vorstellungen beschreiben können, wie es piano, sul tasto, espressivo, boule, non vibrato u.a. sind.
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13. Es ist nicht nötig, wegen jedem Mangel die Probe zurückzukehren!

 

Die Spieler wissen zu bewerten, wenn sie sehen, dass es Ihnen nicht darum geht, die Probe künstlich zu verlängern, und dann kommen sie Ihnen maximal entgegen. Deshalb reicht es bei solchen Mangeln, die sich „im Gang“ lösen lassen, wie piano oder breiterer Rutsch, sie nur zu rufen (am besten auf die Gruppe, die es betrifft). Glauben Sie, dass den nächsten Tag dort piano oder breiterer Rutsch an der Stelle gerade so sind, wie wenn Sie die Probe anhalten und eine weitgehende Vorlesung dazu machen und danach alles noch einmal vorspielen lassen.
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14. Seien Sie höflich konkret!

 

Manche Dirigenten wervechseln, höflich und konkret zu sein, was die anderen zu verstimmen weiss. Besonders bei den Streichen. Wenn Sie wisssen, dass das Problem beim Herrn XY ist, sagen Sie nicht: „Erste Violinen, seien sie so nett...“, sondern: „Erste Violinen, besonders die hinteren Pulte, ich würde gerne, dass...“ Wenn es nicht hilft, dann: „Bitte, das letzte Pult, es ist immer nicht in Ordnung...“ Und wenn sie danach immer noch nicht zufrieden sind, seien sie völlig konkret: „Herr XY, ich würde gerne sehen, dass sie es bis morgen erlernen!“
Wenn Sie nähmlich zu allen sagen, dass sie z.B. die Triolen zu schnell spielen, kann es auf sich auch derjenige beziehen, der richtig spielte, und wird für das nächste mal zu spät. Und wenn Sie zu allen sagen, dass sie mit einem kürzeren Rutsch spielen wollen, wird ihn auch derjenige verkürzen, der früher richtig war, und Sie werden mit dem Ergebnis wieder nicht zufrieden sein. Vergeblich wundern Sie sich, wie so, dass Sie, den Genie, die Spieler wieder nicht verstehen!
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15. Seien Sie konkret in der Intonation und im Rhythmus!

 

Das vorherige Punkt gilt doppelt so in der Intonation und im Rhythmus. Zuerst zum Rhythmus. Wenn das Orchester z.B. nicht zusammen antritt, es ist darauf hinzuweisen, wer die Tendenz hat, zu früh zu spielen, und wer sich im Gegenteil verspätet. Sonst kann es zu einem Chaos kommen, in dem sich niemand auskennt, besonders, wenn die Dirigentengeste nicht gerade klar ist. Die Hinweise: „Spielen sie zusammen“ oder „Gleichen sie sich an“ sind nicht gerade konkret und lösen nichts. Was die Intonation betrifft, es tut mir besonders die Blasen Leid, wenn sie versuchen unter unkonkreten Bemerkungen des Dirigenten zu harmonieren wie: „Harmonieren sie!“ Was soll dabei, sagen wir, der arme Klarinetenspieler tun, wenn Fagot immer zu niedrig und die Flöte zu hoch ist und beide zufrieden ihre Höhe halten. Wenn der Dirigent nicht imstande ist, die Intonation entsprechend zu lenken, muss es die Spieler in Irre führen. Wenn Sie sich, verehrte Dirigenten, nicht dazu berufen fühlen,  in die Intonation des Orchesters einzugreifen, sollten Sie sich beeilen, etwas sehr bedeutsames für die Musik zu machen - den Dirigentenstab zur Seite zu legen und sich einer anderen gotteslieben Tätigkeit zu widmen. Sie finden sicher mehrere.
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16. Grosses Schwenken ist nicht immer einer klaren Geste gleich!

 

Ich kehre mich zu der letzten Bemerkung über einer klaren Geste zurück. Manche Dirigenten vermuten, dass je mehr sie mit den Armen schwenken, desto deutlicher sie sind. Es ist nicht immer so, besonders wenn Sie eine Neigung zum vorzeigen im Kreis in Form der Buchstabe O haben, nicht in einer für uns Spieler lesbarer Form der Buchstabe V.
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17. Nicht konzentriertes Orchester ist auch Ihre Visitenkarte!

 

Vielleicht in jedem Orchester findet man die Spieler, die als Barometer funktionieren, ob der Dirigent zu weich oder zu streng ist. Deshalb weigern Sie sich nicht, die Spieler konkret zu nennen, die sie testen und die Probe stören. Glauben Sie, dass es sich der Betroffene bei der zweiten Bitte um Ruhe überlegt, ob er zum dritten mal genannt werden will.
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18. Widmen Sie eine grosse Aufmerksamkeit den Blasinstrumenten!

 

Wenn es Ihnen gelingt, die Streichen auf der Probe fast totzuarbeiten, werden die veilleicht Ihre Vorstellung genau erfüllen. Wenn danach auf dem Konzert die auf den Proben vernachlässigte Blassektion mit ihrer Dynamik und Intonation die ganze vorherige Arbeit vernichtet, glauben Sie, dass Sie diese Streichsektion das nächste Mal mit grossem Mißtrauen betrachten wird und nicht gerade gelaunt wird, eine hundertprozentige Leistung vorzubringen.
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19. Wechseln Sie mal die Reihenfolge der Pulten bei den Streichen auf der Probe!


Wenn Sie mit dem Orchester schon zum einigenmal arbeiten, ist diese Art der Proben sehr reinigend. Indem SSie die letzten Pulte nach vorne schicken, erreichen Sie ihre maximale Aufmerksamkeit. Die ersten Spieler können sich ein bisschen ausruhen und besser ihre sonst versteckte Mündeln beobachten. Es ist natürlich, dass die Spieler bei den hinteren Pulten gewöhnt sind zu warten, was aus den ersten Reihen kommt und manchmal sünden sie darauf.
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20. Wenn Sie es wagen, singen Sie!

 

Gut gesungene Phrase ist mehr als 150 Worte darüber, wo Akzent, Cresendo oder kleine Pause sein soll. Es gilt doppelt so, wenn Sie mit einer anderen Sprache sprechen, als die Muttersprache des Orchesters ist.-
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21. Belasten Sie nicht das ganze Orchester mit Problemen nur einer Gruppe!

 

Als ein strahlender erlaube ich mich einen kleinen, aber triftigen Beispiel aus Meinem Vaterland von Bedřich Smetana zu nennen. Im Teil Aus den böhmischen Wäldern und Wiesen ist eine Stelle, wo die Streichen unendlich viele langsame pianissimo Takten auf den zwei selben leeren Saiten ziehen. Dabei haben die Blasinstrumente eine heikle Melodie haben. Viele Dirigenten haben darüber verschiedene Vorstellungen und deshalb kehren sie diese Stelle immer wieder zurück. Ich erinnere ich mich auf keinen Fall, wenn ein Dirigent auf die Idee kommen würde, bei deiser Wiederholung die Streichen wegzulassen. No comment...
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22. Achten Sie die Generalprobe!

 

Die Generalprobe ist nur die Vorbereitung auf das Abendkonzert, und deshalb versuchen Sie, irgendwelche überflüssige Wiederholungen zu vermeiden. Bemühen Sie sich nicht nachzuholen, was es Ihnen schon während der Woche nicht gelungen ist vorzubereiten und nehmen Sie daraus eine Belehrung für das nächste Mal. Sonst glauben Sie, dass ein erschöpftes und verdrießlliches Orchester nicht gerade die beste Grundlage für eine perfekte Abendleistung ist.
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23. Erschöpfen Sie nicht das Orchester auf der Generalprobe!

 

Die Generalprobe ist wirklich nur eine Vorbereitung auf das Abnendkonzert, auch wenn Sie nichts zurückkehren werden. Bemühen Sie sich deshalb nicht, das Orchester zu einer exzelenten Leistung aufzupeitschen. Behalten Sie im Kopf, dass wenn alle das Maximum vorgebracht haben, brauchen die Spieler viel Zeit, ihre Kräfte und ausgeschöpfte Emotionen einzuschöpfen. Bis Abend ist es zu wenig Zeit, es zu schaffen - und beim Konzert können diese Kräfte fehlen!
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24. Die Generalprobe lässt sich auch verkürzen!

 

Ich weiss, dass es nicht immer geht. Aber es gibt eine alte, und leider sehr wenig benutzte Art, das Orchester zu einer tollen Abendleistung zu bringen. Es reicht, sagen wir, ein paar Takte auszulassen, mit denen Sie sich sicher sind. Dem Orchester sagen Sie nur, dass es am Abend sicher klappt. Einerseits verdienen Sie sich die Dankbarkeit des Orchesters. Vor allem erzielen Sie eine psychologische Wirkung bei den Spielern, die bewusst werden, dass nicht alles auf der Probe gespielt wurde. Sie werden nicht nur an dieser nicht gespielten Stelle um so mehr konzentriert sein.
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25. Überlegen Sie vorher, wie Sie die Bedankung beim Publikum durchführen wollen!


Die Bedankung am Ende ist oft eine Sommersprose auf der ganzen Schönheit des Konzerts, die Sie aber gut vorbeugen können. Es reicht, auf der Generalprobe zu erwähnen, mit welcher Geste Sie die Hornen, Fagote, Holzinstrumente oder Soloisten hervorheben. Sie vermeiden damit verlegenes Aufstehen der Spieler und manchmal auch peinliche Verwirrungen.
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26. Beachten Sie, dass die zweite Hälfte kürzer sein soll als die erste!

 

Wenn Sie die Möglichkeit haben, in die Dramaturgie einzugreifen, vergessen Sie die begrenzte Aufmerksamkeitszeit eines Menschen nicht. Und das sowohl in der Richtung zu den Zuhörern, als auch zu den Spielern. Die Konzentrierung, die die Spieler zu leisten haben, lohnt sich nicht, wenn die Aufmerksamkeit des Publikums sinkt und dieses nur müde aufs Ende wartet. Das Aplaus ist dann oft nur ein Ausdruck gerade dieser Freude, das man es endlich hinter sich hat. Der Zuhörer sollte den Saal vielmehr mit dem Gefühl verlassen, dass das Orchest noch zugeben konnte, nicht dass er die letzten Minuten leidete, wie der Stuhl zu hart ist und die Luft sich nicht atmen lässt.
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27. Kopieren Sie nicht um jeden Preis die Aufnahmen!

 

Die Bemühung, die Aufnahmen zu kopieren, wenn sie auch von berühmten Namen stammen, führt oft zu nicht gewöhnlichen Extravaganzen und zu übereilten Tempos, die auf diesen Aufnahmen manchmal mit Hilfe verschiedener Digital- oder Reinugungstechnologien erzielt wurden. Sie versuchen dann in der Realität, nur den Wind anzuhalten. Damit ist Ihre Mühe, sich etwas zu beweisen und sich mit etwas zu vergleicehn, nur vergeblich und zwecklos.
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28. Ein Wort zu den berühmten Dirigenten auf dem Ende.

 

Verehrte Herren, Dirigenten klingender Namen von berühmten Orchestern. Eine letzte Kleinigkeit. Wenn Sie keine Lust haben, eine hundertprozentige Arbeit hinter sich zu lassen, auch wenn Sie nicht gerade mit der Chicago Philharmonie spielen, überlegen Sie, ob Ihnen ein hohes Honorar einer Leistung fraglicher Qualität wert ist. Mit billigen Gesten beim Konzert verdecken Sie nicht, was Sie mit einer nachlässigen Vorbereitung nicht gemacht haben. Sie verderben so unnötig das Geschmack des Publikums und ihren Ruf bei denjenigen, die sich auf Sie gefreut haben. Glauben Sie nicht, dass Sie die Einzigen sind und dass Sie das Orchester mit anderen berühmten Dirigenten nicht vergleichen kann. Mit Dirigenten mit einer großen D, die sich die Mühe gegeben haben und dank präziser Vorbereitung auf den Proben und ehrlicher Einstellung auf dem Konzert die Spieler zu einer nicht geahnter Leistung zu führen wussten.

Verehrte Dirigenten, ich weiß, dass man sehr einfach über Ihre Fehler schreibt und Ratschläge gibt. Ich weiß auch, dass Sie viele weitere Sachen zu bewältigen haben. Trotzdem denke ich, dass die Ansicht eines Orchesterspielers für Sie belehrend sein kann. Ich glaube, dass diese Punkte für Sie richtige Anweisungen zur Verbesserungen darstellen, die Sie selbst machen können. Gegebenenfalls bestätigen sie Ihnen, was Sie gut machen und was Sie nicht vergessen sollten.
Ich wünsche Ihnen viele Erfolge!

 

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